(oder: die Entstehung des Okerstadions)
Am 14. Oktober 1999 jährte sich zum 5o. Mal der Gründungstag des im Okerstadion beheimateten ESV Wolfenbüttel.
Am Abend dieses Tages waren in der damaligen Gaststätte "Ostermann" am Schloßplatz (jetzt: "Schloßgärtchen") auf Anregung von Hans Pottgießer - später als Ministerialrat in Hannover und Frankfurt tätig -, von Hermann Höft und Otto Renneberg 26 Eisenbahner und deren Freunde zusammengekommenen, um in dieser schwierigen Zeit einen Sportverein zu gründen.
Ursprünglich hatte man erwogen, die in Vereinen des Landkreises spielenden Fußballer der Bahn in einer Betriebssportgemeinschaft zusammenzufassen und mit dieser am sich entwickelnden Spielbetrieb der Firmenmannschaften teilzunehmen. Nach reiflicher Überlegung - nicht zuletzt aus versicherungstechnischen Gründen - entschloss man sich jedoch, einen Schritt weiterzugehen.
Die Versammelten, zu denen auch Rudi Scharf, Wilhelm Schmidt, Willi Kirschner, Willi Gens, Heini Kraas, Arthur Zahn und Ernst Seewig gehörten, gründeten nach eingehender Aussprache den "Rasensportverein Wolfenbüttel", wobei für manchen in der Abkürzung RSV der alte Begriff "Reichsbahn" angeklungen haben mag, und wählten einen vorläufigen Vorstand mit Heinrich Kraas als 1. Vorsitzendem.
Die Gründungsmitglieder haben wohl in erster Linie an Fußball gedacht, doch sah die im November 195o vom Amtsgericht akzeptierte Vereinssatzung die Ausübung weiterer Sportarten in eigenen Abteilungen vor. Genannt werden Handball, Leichtathletik, "Sommerspiele", Gymnastik, Faustball, Wandern, Kegeln und Tischtennis.
Besonders herausgehoben wurde die Jugendbetreuung: "Die Jugend soll in freudebetonter Arbeit in Zucht und Ordnung hineinwachsen, sich gesunder Lebensführung befleißigen und zur Lebensbejahung geführt werden" (§ 2).
Männliche Erwachsene hatten DM 1.-, weibliche Erwachsene und Jugendliche DM o,5o als Monatsbeitrag zu zahlen. Auch wenn der RSV erst im Jahre 1961 seinen Namen in "Eisenbahner-Sportverein Wolfenbüttel von 1949 e. V." änderte, so hat er sich doch von Anfang an als solcher verstanden, ist bis Ende der 8oer Jahre Mitglied im 1926 gegründeten Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine gewesen und hat in seinen Satzungen lange festgeschrieben, dass erster und zweiter Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer Eisenbahner sein müssten.
Folgerichtig übernahm Anfang 195o bei der dann immer in den ersten Monaten des Jahres durchgeführten Hauptversammlung der Bundesbahnsekretär Hermann Höft die Führung des Vereins, die er erst im Jahre 1954 bei seiner Versetzung nach Hannover abgab.
Sport wurde zunächst in drei Abteilungen betrieben. Im Fußball konnten bereits zur Punktspielsaison 195o/51 zwei Herrenmannschaften gemeldet werden, von denen die 1. der Kreisklasse B/West zugeordnet wurde. Die "mit wechselndem Erfolg" durchgeführten Spiele und das Training litten dabei stark unter der Tatsache, dass weder Sportgeräte noch Spielkleidung vorhanden waren und man über keinen eigenen Platz verfügte. Doch insbesondere der MTV (auf dem jetzigen Hartplatz des WSV)und der BV Germania (auf dem Sportgelände am Waldhaus) gewährten in guter Sportkameradschaft Unterschlupf, so dass nach kurzer Zeit drei Herren-, zwei Jugend- und eine Schülermannschaft aufgestellt werden konnten.
Die sehr bald gegründete Tischtennisabteilung war sportlich so stark, dass sie schon im ersten Jahre die Meisterschaft in ihrer Klasse errang und sich der Sportkamerad Lauke in einem Wettkampf als bester Spieler der Stadtauswahl Wolfenbüttels auszeichnen konnte. Da allerdings durch den Abbruch der Baracke an der Halchterschen Straße (1952), in der man den Spielbetrieb aufgenommen hatte, die Trainingsmöglichkeiten verlorengingen und nicht zuletzt aus diesem Grunde starke Spieler abwanderten, ging der Leistungsstandard zurück und war man schließlich gezwungen, die Abteilung für einige Jahre aufzulösen, bis sie an alte Erfolge anknüpfen und diese übertreffen konnte.
Eine Kegelabteilung entwickelte zunächst - auf Asphalt und Bohle - ein recht reges Leben, musste dann aber wegen fehlender Kegelbahnen ebenfalls den Sportbetrieb wieder einstellen.
Allen Schwierigkeiten zum Trotz wuchs der Verein stetig. Nach einem Jahr hatte sich die Zahl der Mitglieder, vor allem auch der aktiven Spieler, vervielfacht (112, davon 71 Eisenbahner); nach zwei Jahren zählte Wolfenbüttels damals jüngster Sportverein schon rund 24o Mitglieder, von denen allerdings nur noch die Hälfte Bundesbahner waren. Stand doch nach Satzung die Mitgliedschaft "für jedermann offen, der unbescholten ist und verspricht, ein guter Sportkamerad zu werden, ganz gleich, welchen Beruf er hat oder wo er beschäftigt ist".
In der damals vielfältigen Wolfenbütteler Presselandschaft wurde die Entwicklung des Vereins von Anfang an mit Interesse verfolgt. "Braunschweiger Zeitung", "Braunschweiger Presse" und "Wolfenbütteler Zeitung" berichteten regelmäßig, ausführlich und mit erkennbarer Sympathie über die Aktivitäten und die Erfolge des RSV.
Am 24. November 1953 war es dann soweit: Während der Ausbau des A-Platzes ins Stocken geraten war, konnte wenigstens das Sportheim in Anwesenheit des Bundesbahnpräsidenten Wegener (Hannover), der Repräsentanten von Stadt und Landkreis, der Vertreter der Sport verbände und der Vorsitzenden zahlreicher Wolfenbütteler Vereine mit lobenden Worten an den Vorstand des RSV seiner Bestimmung übergeben werden.
Der Wert des neuen Gebäudes wurde in einem Zeitungsbericht über die Einweihung unter dem Hinweis auf den Einsatz wesentlich geringerer finanzieller Mittel auf DM 12o.ooo geschätzt
"Oker-Stadion soll einmal 15.ooo Zuschauer fassen" lautete die Überschrift in der "Wolfenbütteler Zeitung" vom 14. Januar 1955, in der über die die Arbeitsgemeinschaft beschließende außerordentliche Hauptversammlung des MTV berichtet wurde: "Wenn die sportliche Arbeitsgemeinschaft zwischen Männerturnverein Wolfenbüttel und dem Rasensportverein zum Tragen kommt, dann wird Mitte August des Jahres auf dem RSV-Sportgelände zwischen der Bundesstraße 4 und dem Bahnhofsgelände der Bundesbahn das `Oker-Stadion´ eingeweiht werden können. Nicht weniger als 15.ooo Zuschauer soll es einmal fassen.
Das erfuhren die Mitglieder des Turnvereins auf einer außerordentlichen Hauptversammlung, zu der der Vorstand in den `Bayrischen Hof´ eingeladen hatte. Die bereits konkret ausgearbeiteten Pläne bedürfen jetzt noch der Zustimmung durch die RSV-Hauptversammlung, die morgen abend tagen wird, und der Zustimmung durch die Bundesbahn, die über den Grund und Boden verfügt. MTV-Vorsitzender Gerhard Höhne betonte, dass keine Fusion mit dem RSV geplant ist.
Die Arbeitsgemeinschaft mit den Rasensportlern soll vor allem dem Ausbau der RSV-Anlagen zum Nutz und Frommen beider Vereine dienen. Hauptaufgabe des MTV sei dabei die finanzielle Hilfestellung.
Ein von den Vorständen beider Vereine ausgearbeiteter Vertragsentwurf wurde von den MTV-Mitgliedern gegen eine Enthaltung genehmigt. Dieser Vertrag läuft zunächst 5o Jahre. Sportwart Werner Osterwold machte die Versammlung dann mit den Ausbauplänen bekannt.
Vor dem Sportheim entsteht der große Rasenplatz in den Ausmaßen 66x1oo Meter. Um diesen Hauptplatz wird eine wettkampfgerechte 4oo-Meter-Bahn mit 6 Laufbahnen gelegt. Vor dem Sportheim selbst wird die 1oo-Meter-Strecke angelegt, die durch einen entsprechenden Auslauf auch für die 11o-Meter-Hürden belaufen werden kann. Für die Laufkonkurrenzen gibt es außerdem noch eine 3ooo-Meter-Hindernisstrecke mit Wassergraben. In den Kurven werden die leichtathletischen Nebenanlagen untergebracht.
Zwischen Hauptspielfeld und Hartplatz wird außerdem noch ein Platz für Faustball- und Basketballspiele angelegt werden. Da weiteres Gelände zur Verfügung steht, sehen später zu verwirklichende Pläne den Bau einer Sporthalle vor."
Eingeweiht wurde das Okerstadion Pfingsten 1956 mit einem Kommers im Sportheim (19. Mai), einem Festball in "Antoinettenruh" (2o. Mai) und einer Sport-Doppelveranstaltung.
Für den 2o. Mai hatte der MTV ein hochrangiges nationales Leichtathletik-Sportfest mit namhaften Spitzenkönnern arrangiert. Unter anderen wurden Sprinter-As Heinz Fütterer und die mehrfache Meisterin Erika Fisch (Osterode) erwartet. Da der deutsche Leichtathletik-Verband bei seiner Genehmigung gleichzeitig dafür Sorge getragen hatte, dass zu diesem Termin kein weiteres Nationales Sportfest in der Bundesrepublik stattfand, wagte es die Braunschweiger Presse in einem Vorbericht mit leichter Übertreibung von einem "Olympia im Kleinformat" zu sprechen.
Die Veranstaltungen des Pfingstmontag (21. Mai) hatte der RSV organisiert. Nach dem Vorspiel zwischen dem RSV und der WSV-Altliga standen sich vor 8.ooo zahlenden Zuschauern, ca. 3oo unentgeldlich eingelassenen Schiedsrichtern und ca. 3.ooo Zaungästen, die (zum Ärger der Verantwortlichen) von der Trasse der B 4 aus das Geschehen verfolgten, der amtierende Deutsche Fußball-Meister Rot-Weiß Essen (u. a. mit Helmut Rahn) und Eintracht Braunschweig gegenüber.
Die Essener, die sich als die in allen Belangen deutlich überlegene Mannschaft erwiesen, kassierten für ihren Auftritt DM 4.ooo.- (zuzgl. Fahrt- und Übernachtungskosten), die Braunschweiger bekamen DM 2.ooo.-. Dennoch schloss der Verein die Veranstaltung insgesamt mit einem kleinen Plus ab: die Einnahmen hatten DM 15.o75,5o betragen, die Ausgaben DM 14.92o.-.
Die folgenden Jahre zeigten, dass die Unterhaltung eines Stadions dieser Größe für einen Verein allein nicht tragbar war und auch die Arbeitsgemeinschaft MTV-RSV überforderten.
Ein eineinhalbjähriger Prozeß mit der Baufirma, die den Platz ohne Drainage angelegt hatte, eine ständige Überbeanspruchung des Hauptplatzes und mangelnder Einsatz der ständig wechselnden Platzwarte stellten die Hauptprobleme dar, die schließlich dazu führten, dass der MTV die Kooperation mit dem RSV beendete und ab Oktober 196o zusammen mit dem WSV das mittlerweile renovierte städtische Stadion auf der Meesche benutzte.
Der ESV schloss nach längeren Verhandlungen mit der Stadt einen Vertrag, in dem diese es im Interesse ihrer sporttreibenden Bürgerinnen und Bürger übernahm, diese Anlage für jede Freiluft-Sportart zu erhalten und zu verwalten.
So öffnete der ESV unter Wahrung seiner Vereinsinteressen die Tore des Okerstadions Anfang der 6oer Jahre auch anderen am Sport interessierten Gruppen und Verbänden zu einer intensiven Ausnutzung der gesamten Sportanlage.
50 Jahre ESV (RSV) Wolfenbüttel = 50 Jahre Fußball im ESV
Die Geschichte des Gesamtvereins ist eng verknüpft mit der Geschichte der Fußballabteilung.
Nach der Gründung .im Oktober 1949 wurde im Frühjahr 1950 der Spielbetrieb mit 2 Mannschaftenaufgenommen. Alle Spiele konnten nur auf fremden Plätzen ausgetragen werden. Die Heimspiele wurden beim BV Germania, damals am Waldhaus, oder beim MTV, heutiger B-Platz an der Meesche ausgetragen.
Die Spielserie 1950/51 wurde mit einer Herrenmannschaft in der Kreisklasse B begonnen.Die zweite Mannschaft bestritt die Vorspiele, wenn der Gegner der ersten eine Vorspielmannschaft stellen konnte, oder es kamen Freundschaftsspiele zur Austragung.
Im August wurde in Salzdahlum mit folgenden Spielern das erste Punktspiel bestritten: Tor: Fuhrmeister Verteidigung: Nowak, Sagitzki Abwehr: A. Tillner, R. Scharf, R. Müller Sturm: E. Seewig, Wengelnick, H. Laucke, A. Zahn, und G. Ibold Betreuer E. Seewig
Nach dem Aufstieg 1960 wurde wieder die höchste Spielklasse auf Kreisebene erreicht. In den ersten beiden Jahren errang die 1. Herren den Fairnispreis.
Am 27.1.1961 beschloss die Versammlung, den Verein in ESV Wolfenbüttel zu benennen.Treibende Kraft war der Dachverband der Eisenbahnersportvereine VDES .
Für das Spieljahr 1964/65 erfolgte auf Kreisebene eine neue Klasseneinteilung. Eine einteilige Kreisliga, zwei Kreisklassen A und nach Bedarf Kreisklassen B gestalteten den Spielbetrieb. Die gefestigten Leistungen ergaben für die 1. Herren die Qualifizierung für die Kreisliga, für die 2. Herren die Kreisklasse A. Die 3. Herren wurde für die Vorspiele der 1. Herren eingesetzt. Falls die Gegner keine Vorspielmannschaften stellen konnten, trugen sie Freundschaftsspiele aus.
Die alten Herren wurden auch Anfang der 60er mit Freundschaftsspielen aktiv. In den Punktspielbetrieb stiegen sie 1964 ein.
In der ersten Hälfte der 60er gehörten dem Spielausschuß Willi Gens, Christel Haas, Spatze Herbst, Goschen Kleinschmidt, Pusta Lampe, Harry Roeder und Werner Schudeleit an.
Im Herrenbereich konnten die Früchte der guten Jugendarbeit aus der ersten Hälfte der 60er geerntet werden. Die 1. Herren holte sich im 2.Jahr der Liga 1966 die Kreismeisterschaft und stieg in den Bezirk auf.
Die 2. Herren wurde in ihrer Klasse Pokalsieger. Die alten Herren mit ihren Betreuer Spatze Herbst erreichten einen 2. Platz.
Der Spielausschussobmann Dieter Germis mit seinen Beisitzern Pusta Lampe, Hugo Baumgartner und Goschen Kleinschmidt mit dem Trainer Jochen Maurer waren sehr erfolgreich.
Im neuen Spieljahr im Bezirk gab es nach ein paar Spielen einen Trainerwechsel. Für die weitere Saison 1966/67 übernahm Hannes Wittfoth die 1+2. Herren. Spielausschussobmann für die nächsten 13 Jahre wurde Spatze Herbst. Ihm zur Seite standen Harry Roeder, Werner Schudeleit, Goschen Kleinschmidt, Dieter Hesse, Jürgen Traupe und Günter Hoffmann.
Die 2. Herren spielte in der Kreisklasse A, die 3. Herren in der Kreisklasse B und die 4. Herren trat als Vorspielmannschaft der 2. Herren auf. Am Ende der Saison waren die Alten Herren ganz vorn: Kreismeister 1967.
Anfang der 70er wurden die Weichen für erfolgreiche Jahre gestellt.
Die 1. Herren erspielte 1970 mit ihren Trainer Dieter Klemme die Kreismeisterschaft und den Aufstieg in den Bezirk.
Die 3. Herren errang die Staffelmeisterschaft mit ihren Betreuer Dieter Hesse. Sie konnte allerdings nicht aufsteigen.
Die 2. Herren hatte ihre Klasse nicht gehalten und die 3. hätte höher gespielt.
Für die 1. übernahm dann Peter Kriebel für ein Jahr das Traineramt. Betreuer blieb der bewährte Harry Roeder.
Im Sommer 1970 wurde die Gründung einer Damenmannschaft angeregt. Am 15.11.70 liefen dann die von Gero Henke und Peter Theberath trainierten und betreuten Damen zum Vorspiel der 1. Herren auf. Das Spiel wurde gegen Gr. Döhren 2:1 gewonnen. Den ersten Treffer erzielte mit einen Weitschuss Renate Pape. Das zweite Tor gelang Erika Spitzer kurz vor Schluß.
Ab !972 nahmen die Damen am Punktspielbetrieb teil. Die Trainerposition nahm Richard Fischl war. 1975 gelang ihm mit den Damen die Kreismeisterschaft und somit der Aufstieg in den Bezirk. In der Folgezeit gab es bei den Damen auch mehrere Trainerwechsel.
1979 wurde aus personellen Gründen eine SG mit Arminia Adersheim gebildet.
Im Damenbereich löste sich die SG mit Arminia Adersheim 1980 auf. Persönliche Veränderungen und fehlender Nachwuchs brachten leider das Ende dieser Mannschaft.
Ab 1980 übernahm dann Gerd Müller die 1. Herren. Als Betreuer unterstütze ihn Harry Roeder. Nach dem Kreispokalsieg 1981 (5:1 Sieg gegen ESV Börßum) und nach drei Vizemeisterschaften seit 1979 konnte dann 1983 endlich die Kreismeisterschaft und damit wieder der Aufstieg in die Bezirksklasse gefeiert werden.
Im Jahr 1983 trat eine Geschäfts- und eine Jugendordnung in Kraft.
Die 1. Herren errangen in der ersten Saison der Bezirksklasse unerwartet den vierten Platz. Dieses Ergebnis erweckte eine Euphorie, doch im zweiten Jahr wurde das Ziel weit verfehlt. Statt um die Meisterschaft kämpfte die Truppe von Gerd Müller gegen den Abstieg. Der Klassenerhalt wurde zwar geschafft, doch der Coach nahm seinen Hut.
Für den Neuaufbau in der Kreisliga wurde mit Albert Schlotmann ein neuer Trainer präsentiert. Im zweiten Jahr mit Schlotmann verpasste das Team knapp den Aufstieg. Im gleichen Jahr nahm nach einem Jahr Pause wieder eine 3.Herren am Spielbetrieb teil.
Türkische Sportsfreunde gründeten das Team. In dieser Mannschaft waren Spieler aus fünf Nationen und Mouldi Kadri war ihr Trainer.
Einige der älteren Spieler im Kreis zeigten Interesse, in einer eigenen Altersklasse zu kicken. Der Spielausschuss mit Karl Heinz Lieske an der Spitze nahm diese Idee auf.
Die Ü40 starteten als Senioren in den Spielbetrieb 1989 .
Gleich im ersten Jahr gelang den Senioren der überraschende Erfolg: die Hallenkreismeisterschaft 1990 .
Die 3. Herren wurde im gleichen Jahr Staffelmeister und Pokalsieger.
Mit Jochen Grigo kam zwar in der Saison 91/92 ein erfahrender Trainer zur 1. Herren ins Okerstadion. Der Stamm der Mannschaft war jedoch in die Jahre gekommen und der Spielerkader äußerst klein, sodaß die Mannschaft in der Mittelmäßigkeit versank.
Eine 3.Herren konnte für dieses Spieljahr nicht für den Spielbetrieb gemeldet werden. Um diesen Trend ein Ende zu bereiten, holte der Abteilungsleiter Detlef Nadermann -seit 1992- hauptsächlich junge Spieler zum ESV. Mit dem Ex-ESVer Bernhard Smolarski wurde zudem ein bekanntes Gesicht als Trainer verpflichtet.
Dank dieser Veränderungen war das Team sofort in der Spitzengruppe der Kreisliga zu finden. Erst einige Spieltage vor Saisonende gab der SC Hornburg die Tabellenführung an den ESV ab, der sich den einen Punkt Vorsprung nicht mehr nehmen ließ. Die 1.Herren stieg als Kreismeister 1993 wieder auf.
Als Neuling in der Bezirksklasse und mit zahlreichen Neuzugängen verlief die Saison 93/94 sehr gut. Lange Zeit spielte die Mannschaft in der Spitzengruppe mit. Für Furore sorgte die Mannschaft vor allen Dingen durch den überraschenden Erfolg bei der Hallenmeisterschaft.
Auch im Wolters-Flutlichtpokal konnte erstmals das Endspiel erreicht werden.
Doch schon die zweite Saison im Bezirk brachte erhebliche Probleme. Nach einer schwachen Hinserie und einen schlechten Start in die Rückserie reagierte Abteilungsleiter Nadermann und verpflichtete Anfang der Rückserie mit Jimmy Köln einen neuen Mann, um den drohenden Abstieg noch zu verhindern. Mit Köln kam neue Motivation in die Truppe. Doch das Verletzungspech und diverse rote Karten erschwerten das Ziel den Abstieg zu verhindern.
Jeder erinnert sich noch an den letzen Spieltag der Saison 94/95. Der ESV auf einen Nichtabstiegplatz aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Königslutter. Das letzte Heimspiel gegen Nordsteimke gewannen die ESVer klar mit 4:1 . Das sollte jedoch nicht reichen, denn Königslutter spielte in Lehrte, die diesmal nur ihr zweites Team auf den Platz schickten.
Mit einem Tor schlechter als die punktgleiche Konkurrenz stieg das Team zum vierten Mal seit Bestehen des Vereins aus der Bezirksklasse ab.
In der 1. Kreisklasse musste dieser peinliche Betriebsunfall schnell korrigiert werden. Wieder mit Jimmy Köln als Trainer, fast der kompletten Abstiegsmannschaft und mit vier Spielern aus der Jugend verlief die Saison 97/98 lange Zeit spannend.
Es entpuppte sich ein Dreikampf zwischen SV Fümmelse, TUS Cremlingen und dem ESV. Erst am letzten Spieltag mit dem 4:1 Erfolg gegen SC Groß Stöckheim konnte der sofortige Wiederaufstieg in die Kreisliga gefeiert werden.
Ohne den Kader dann wesentlich zu verändern, blieb das nächste Jahr unter Jimmy Köln ohne besondere Vorkommnisse. Die Saison wurde mit einem Mittelplatz abgeschlossen.
50 Jahre ESV (RSV) Wolfenbüttel = 50 Jahre Fußball im ESV
Im Jugendbereich gab es 1955 einen Aufschwung. Es wurden für den Spielbetrieb eine A-Jugend, eine Schüler und vier Knabenmannschaften gemeldet.
Im Jahr 1957 errang die 1. Knaben den ersten Kreismeistertitel für den RSV mit den Trainern und Betreuern Rudi Scharf und Kalle Hoffmann.
Unter dem Jugendleiter Walter Klemme waren 1958 und 1959 in allen Altersgruppen Jugend-, Schüler- und Knaben-Mannschaften im Einsatz.
Ab 1958 konnte die A-Jugend als Sonderjugend im Bezirk spielen.
In der Jugend war unter dem Jugendleiter Walter Klemme die Sonderjugend bis 1961 aktiv.
1963 legte die A-Jugend eine Erfolgsserie hin. Kreismeister und Pokalsieger 1963.
Pokalsieger 1964.
Bezirksmeister, Kreismeister und Pokalsieger 1965.
Die Bezirksmeisterschaft ist der bisher größte Erfolg in der Abteilung! Walter Klemme und Dieter Germis als Jugendleiter und Jochen Maurer als Trainer und Jugendleiter waren die treibenden Kräfte für die Mannschaften. Alle Altersgruppen A, B, C, D und E nahmen bis 1968 am Spielbetrieb teil.
Die A-Jugend mit Hugo Baumgartner wurde Kreismeister1968 und spielte für ein Jahr im Bezirk.
Die 1.D-Jugend wurde Staffelmeister.
Ab 1968 gab es einen Einbruch in der Jugendarbeit. Nur die Bezirks A-Jugend und die C-Jugend waren noch aktiv. Die verbliebenden Trainer und Betreuer Richard Fischl und Bernd Rudat waren um Mitstreiter bemüht.
In der Jugend gab es einen Neuanfang mit dem Jugendleiter Richard Fischl ,als Trainer und Betreuer standen ihm Bernd Rudat (B), Uwe Pütz (C) und Waldemar Ziebarth (E) zur Seite.
Im Spieljahr 1972/73 konnten für den Jugendspielbetrieb je eine A, B und D sowie 2Cund 3E Mannschaften gemeldet werden. Den Weg in den Betreuer- und Trainerkreis hatten Manfred (Mäcke) Begoihn (A), Willi Christian (E), Klaus Hagerott, Jochen Maurer (E), Emmes Pillar (D), Achim Pusch (C), Winne Reimann (B), Hartmut Rühe (E), Bernhard Schult (C) und . Schwarze (D) gefunden.
In der A+B Jugend wurde für zwei Jahre eine SG mit dem SV Halchter gebildet.
In der laufenden Saison übernahm Klaus Hagerott die Aufgaben des Jugendleiters. Es stellten sich die ersten Erfolge ein.
So errang 1973 die A-Jugend die Staffelmeisterschaft und die 1.E-Jugend die Kreismeisterschaft.
Die 1.E-Jugend errang auch 1974 + 75 die Kreismeisterschaft sowie 1974 den Pokalsieg und 1975 die Hallenkreismeisterschaft.
In den 70er Jahren spielten in allen Altersgruppen Mannschaften mit.
Auf Bezirksebene war die C-Jugend 77/78, die B-Jugend 74-77 und die A-Jugend76-80 vertreten.
Weitere Titel erspielten die 1.D-Jugend 1976 Kreismeister, 1.C-Jugend 1977 Pokalsieger und die 1.D-Jugend in 1977 Hallenkreismeister und Pokalsieger.
Jugendleiter wurde ab der Saison 77/78 Uwe Pütz.
Klaus Hagerott hatte seine Aktivitäten nicht nur als Referee auf den Platz verlegt, man wählte ihn auch zum 1.Vorsitzenden.
In der Saison 1977/78 wurde die B-Jugend Pokalsieger und die neu gebildete F-Jugend errang die Hallenkreismeisterschaft.
In der Jugend konnte die erfolgreiche Arbeit bis 1988 fortgesetzt werden.
1980 erspielte sich die 1. D-Jugend mit ihren Trainer Wolfgang Miehe die Hallenkreismeisterschaft.
Im Jahr 1981 wurde die C-Jugend Kreismeister und Pokalsieger.
Weitere Titel erspielten 1983 die B-Jugend - Pokalsieger und 1.D Jugend Kreismeister und Pokalsieger.
Dieter Franke übernahm 1984/85 die Position des Jugendleiters. Eine Spielgemeinschaft wurde in der A- und B-Jugend mit dem SV Halchter für 2 Jahre gebildet.
Als Erfolge aus der Saison 1984/85 sind der Pokalsieg der B-Jugend, die Hallenkreismeisterschaft, der Pokalsieg und die Kreismeisterschaft der C-Jugend sowie die Staffelmeisterschaft der E-Jugend zu verzeichnen.
1986 gab es wieder einen Jugendleiterwechsel. Walter Große übernahm dieses wichtige Amt.
Die E-Jugend errang 1988 den Pokalsieg. Unsere C-Jugend und BV Germania spielten 1988/89 als SG. Die B-Jugend konnte 1989 die Kreismeisterschaft und die D-Jugend die Hallenmeisterschaft erspielen.
Auf Bezirksebene waren die C-Jugend von 1985-87, die B-Jugend von 1984-88 und die A-Jugend von 1987-89 aktiv.
Ab 89 wurde das Potential von Spielern, Trainer und Betreuer knapp. Eine SG mit dem BV Germania war Bestand für viele Jahre.
In der Jugend übernahm ab 1990 Martin Förster neben seiner Trainertätigkeit bei der E-Jugend die Aufgaben des Jugendleiters für 2 Jahre. Ihm folgte bis Ende 93 wieder Walter Große.
Ab1994 bis zum heutigen Tag liegt diese Aufgabe in den Händen von Wolfgang Eggeling.
Die Erfolge im Jugendbereich mit der Bildung der SG ESV/BVG überspielte die Misere im Betreuer und Trainerbereich beim ESV. Es standen zu wenig Trainer und Betreuer zur Verfügung. Die Germanen übernahmen diesen Part. Aus den jungen ESVer wurden Germanen und neue Jungendlichen fanden nicht zum ESV.
Auf dem sportlichen Sektor wurde durch Erspielen von Kreismeisterschaften die Qualifizierung für den Bezirk in der A-, B- und C-Jugend für viele Jahre mit kurzen Unterbrechungen erreicht.
Ab Mitte der 90er Jahre wurden nur noch in einzelnen Altersgruppen SG Mannschaften gemeldet.
Ein Neuanfang erfolgte 1996 mit Bildung einer eigenen B-und F-Jugend. Im SG-Bereich waren eine A und eine C-Jugend im Einsatz.
Im Spieljahr 99/00 spielte die A-Jugend als SG im Bezirk und eine B-Jugend auf Kreisebene.
Im Aufbau und mit freundschaftlichen Spielen war die E- und F-Jugend im Einsatz. Im einzelnen konnten im Fußballjugendbereich in den 90er Jahren folgende Titel erspielt werden:
1.A-Jugend ESV/BVG Kreismeister 1990 + 1993, Pokalsieger 1993
2.A-Jugend BVG/ESV Pokalsieger 1990
B-Jugend ESV/BVG Kreismeister 1991, Staffelmeister im Bezirk 1993 und Hallenkreismeister 1996 + 97
C-Jugend ESV/BVG Kreismeister 1990 und Hallenkreismeister 1991
2. C-Jugend BVG/ESV Kreismeister 1998
D-Jugend ESV/BVG Kreismeister1990 und 1992, Pokalsieger 1990 und Hallenkreismeister 1992
7er D-Jugend ESV/BVG Staffelmeister und Pokalsieger 1993
(Eine Chronik)
Nachdem vorwiegend Ehefrauen von ESV- Mitgliedern sich ab Herbst 1978 öfter trafen, wurde Ende April 1979 die Abteilung Damengymnastik gegründet.
Die Damen der 1.Stunde unter der Leitung von Rosalinde Ziebarth, die übrigens auch 2. Vorsitzende des ESV Wolfenbüttel war, trafen sich in der Turnhalle Wilhelm-Raabe-Schule.
Gründungsmitglieder unter der Flagge des ESV Wolfenbüttel waren: Lilo Beims, Ingrid Beinsen, Hannelore Hesse, Edith Krause, Frau Lars, Bärbel Maurer, Dagmar Peters, Ingelore Steinmetz, Jutta Teberath, Wilma Vogel, Jutta Winkler sowie Rosi Ziebarth Ab 09.August 1982 übernahm Frau Ingelore Beutler als Übungsleiterin die Damengymnastik.
Rosi Ziebarth kümmerte sich als Abteilungsleiterin weiterhin um die Belange der Damen. In guten Zeiten konnten die Damen an die 40 Mitglieder auflisten, was aber durch Krankheit, Beruf und Familie bis zur heutigen Zeit halbiert wurde.
Die Übungsleiterin, Frau Beutler hatte in Ihrer 1. Gymnastikstunde am 09.August 1982 folgende Damen im Einsatz: Frau Etterich, Frau Falkenhain, Frau Fischer, Frau Giesemann, Frau Krause, Frau Lerch, Frau Reulecke, 2 x Frau Rosenthal, Frau Winkler und Frau Ziebarth.
Bis zum Ausscheiden als Übungsleiterin am 31.Dezember 1997 (nach 15 Jahren) hat Frau Beutler sich sehr für die Belange der ESV-Damengymnastik eingesetzt. Sei es beim Weihnachts- oder beim Osteressen mit Basteln, beim jährlichen Wandertag durch Harz und Heide sowie näherer Umgebung; vieles entsprang Ihrer Planung.
Ein besonderer Höhepunkt aus Anlaß des 15.Jahrestag der Damengymnastik war die Musical-Fahrt nach Berlin. Es gab My Fair Lady und einen wunderschönen Tag in Berlin.
Uschi Geschonke führt seit 1990 die Abteilung. Den Übungsabend an jedem Montag in der Doppelturnhalle am Landeshuter Platz von 19.00 bis 20.00 Uhr wird von Gastübungsleitern und in Eigenregie geführt.
Über einen weiteren Zuwachs würde sich die rührige Abteilung freuen.
Gründung und Verlauf
Anfang des Jahres 1974 wurde während der Renovierungsarbeiten im Sport- und Wanderheim des ESV Eckertal / Bad Harzburg der Grundstock zur Gründung einer Faustballabteilung gelegt.
Bei den Arbeiten sprach man auch über Sport. Ein Mitglied ( Ernst Laue) - als Maler am Projekt beteiligt - war schon damals mit Faustball in Berührung gekommen. Der damalige Heimleiter und auch 1.Vorsitzender und Ehrenvorsitzender des Vereins, Otto Niens, sprach den Wunsch aus, auch beim ESV Faustball spielen zu lassen. Durch Mundpropaganda konnten Interessenten angesprochen werden. Es wurde eine Liste am " Schwarzen Brett" im Vereinsheim Okerstadion ausgehängt. Hier schrieben sich mehrere Sportfreunde ein.
Der Gründung einer Faustballabteilung stand somit nichts mehr im Wege. Im April 1974 begann man mit dem ersten Training. Zur Sportwoche im Juni 1974 - 25 Jahre ESV - wurde der SC Einigkeit Gliesmarode eingeladen. Es setzte eine deftige Niederlage, da man noch lernte und sich im Aufbau befand. Trotzdem wurde mit den Gästen die Gründung der Faustballabteilung im ESV Wolfenbüttel gefeiert.
Langsam kamen einige Mitglieder hinzu, so daß man es wagen konnte, an der Punktspielsaison in der Halle teilzunehmen.
Als Neuling wurde der 5. Platz in der Bezirksklasse belegt. In der Feldspielsaison 1976/77 konnten bereits 2 Mannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen. Die 1. Mannschaft startete sehr gut und errang schon den Staffelsieg.
Auch mehrere Turniere auf dem Feld und in der Halle wurden bestritten und bewiesen die gute Form der ESV-Faustballer. In der Halle belegte der ESV 1977 den 4. Platz.
Die Punktspielsaison 1978 verlief sehr positiv. Die 1. Mannschaft stieg in die Bezirksliga auf und die 2. Mannschaft erspielte sich schon einen guten Mittelplatz in der Bezirksklasse.
An der Punktspielrunde 1979/80 - Halle und Feld - hat die Faustballabteilung wiederum mit 2 Mannschaften an allen Spieltagen teilgenommen. Leider verlief die Saison nicht so erfolgreich.
Auch das erste durchgeführte Faustballturnier im Okerstadion stand unter keinem guten Stern. Man wurde nur 7. Dafür waren die Faustballer in den folgenden Jahren immer erfolgreicher. Alle eingeladenen Mannschaften und Vereine waren begeistert und freuten sich über die gute Organisation und Durchführung.
Dank der Spielerfrauen gab es immer eine reichlich gedeckte Kaffee- und Kuchentafel.
Die beste Saison war 1983 durch den Aufstieg in die Verbandsliga. Gleichzeitig ein Geschenk für die Abteilung zum 10-jährigen Bestehen 1984.
Ein großer Erfolg war dann das eigene Turnier 1984, welches gewonnen werden konnte - im übrigen gegen den einstigen und ersten "Lehrherrn SC Einigkeit Gliesmarode".
In den weiteren Jahren wurde weiterhin mit 2 Mannschaften gespielt.
Leider mußten nach der Saison 1989/90 die Mannschaften sich von der aktiven Zeit verabschieden, durch Alters- und Krankheitsgründen, was im übrigen auch dem allgemeinem Trend entsprach.
Aber die Abteilung besteht noch theoretisch, denn man trifft sich noch alle 4 Wochen beim Kegeln, alles "Prima Zausels".
Knut Hagerott war der erste Vorsitzende, der die Geschicke der neuen Tennisabteilung in die Hand nahm und stetig an der weiteren Entwicklung arbeitete.
Besonders schwierig gestaltete sich die Situation, daß kein eigener Platz vorhanden war. So war man auf die Gunst der WTHV Wolfenbüttel angewiesen, die zu der Zeit